Rock Springs – Salt Lake City, 19. September 2017
Wir Frauen haben aufgrund der Wettervorhersage gestern Abend beschlossenum 08:00h zu fahren. Der Wetterbericht verleitet uns nicht zu Luftsprüngen und dennoch hoffen wir, einige der 290km auf der I-80 West, trocken hinter uns zu bringen. Dunkle Wolken hängen am Himmel und die Temperatur ist bei 8 Grad. Die warmen Kleider und die Regenkleider mit den Masken lassen uns wie Micheline Männchen aussehen. Weit gefehlt mit unserem Wunsch. Schon nach 25km fallen die ersten Tropfen, dann Schneegraupel und schon bald Schneefall. Wir bewegen uns auf 2’100m und es ist empfindlich kalt mit nur noch 0.50° C.
Zum Glück steuert Guido ein kleines Café (Baracke) in der „Pampas“ an. Wir öffnen die Tür und ein paar StrassenarbeiterInnen begrüssen uns: „Welcome in Wyoming, it’s realy f…. cold“. Auch sie sind von diesem Wetter betroffen. Wir wärmen uns mit einer heissen Schokolade auf. Nun kommen zusätzlich noch die Daunenjacken zum Einsatz. Sogar Tschügge entschliesst sich, die fingerlosen Handschuhe mit Fingerhandschuhen zu wechseln, d.h. es ist wirklich sehr kalt. Raus in die Kälte und Nässe. Die Laster rasen an uns vorbei und scheren sich nicht um die nasse Strasse. Für die Tefflibiobä ist die Fahrt eine grosse Konzentration. Der Schnee gefriert auf der Scheibe und der Brille und dazu rechts und links schauen, was sich da abspielt. Wir sind froh um jeden Kilometer, den wir weniger auf dem Tacho sehen. Langsam nähern wir uns Salt Like City.
Auf der linken Seite entdecken wir 2 Sprungschanzen. Ein bisschen stolz sind wir schon, denn Simi Ammann wurde hier das erste Mal Doppelolympiasieger (2002).
Noch 40km bis zu unserem Ziel. Der Himmel ist zwar noch bedeckt, aber die Strasse trocknet ab (liegt dies vielleicht am Staat, denn wir sind wieder in Utah). Wir verlieren an Höhe und die Temperatur steigt gleich auf „warme“ 8 Grad. Solch schnelle Temperaturschwankungen kennen wir bei uns nicht. Der Verkehr nimmt bei der Stadteinfahrt von Salt Lake nochmals zu. Guido steuert uns zielgerichtet zum Hotel „Little America“ im Town Town. Wir freuen uns auf eine warme Dusche. Moni stellt fest, dass ihre Füsse weiss sind. Diese fangen an zu „Chuenägele“.

Fein riechend sind wir bald an der Bar um diesen Tag zu „feiern“. Die Sonne schickt uns zum Tagesabschluss noch wärmende Strahlen und gleich geht’s raus in die Stadt. Was wird zuerst erkundet? Wo gibt es was zu essen.
Wetter: Regen, Schneefall und am Abend in Salt Lake Sonne. Temperatur zwischen 0.50° C und 11° C. Höhenmeter zwischen 2’150m und 1’330m.

Auch in einm der schönsten Hotel bis anhin ist das Frühstück inbegriffen. Doch der Kaffee lässt, wie überall, zu wünschen übrig und so steuern wir vor der Wegfahrt das „Starbucks“ an.
Heute geht’s nordwärts, alles auf der US-191 bis Rock Springs. Gleich nach Vernal schlängelt die Strasse bis auf 2’550m hoch. Beinahe während der ganzen Strecke von 177km bewegen wir uns zwischen 2’100m und 2’500m. Die ersten 100km ist die Vegetation üppig. Hier gibts offensichtlich keine Wald- Baumgrenze. Bis auf die obersten Gipfel krümmen sich die Birken im Wind.

Jetzt fahren wir kilometerweise auf einem Hochplateau. Die Landschaft gleicht jetzt eher einer Steppe. Auf dieser Höhe (2’100m) sehen wir unendlich weit. Es bläst ein zügiger Wind mit Böen. Mit dem Fahrtwind ist es merklich kühler geworden. Schon von weit weg sehen wir Rock Springs.


Ein kleines verlassenes Dorf auf der rechten Seite. Die Amis ziehen weiter und das alte Haus, oft mit Auto wird an Ort uns Stelle zurück gelassen. Das Haus zerfällt irgendwann und das Auto rostet jahrelang vor sich hin. Hier schert sich niemand um die Umwelt. Kurz einige Kilometer auf der I-70 East bis Loma dann Überland auf der CO-139 North.
Diese Strecke ist Gottverlassen und wir brettern Kilometer um Kilometer. Wir haben uns inzwischen an die Weite gewöhnt. Zum Glück kommt zwischendurch ein Pass von 2’550m zum Überqueren. Endlich erreichen wir ein Dorf (Rangley) und ein Subway hat geöffnet (Sonntag) sodass wir doch noch zu einem „Eingeklemmten“ kommen. Bei Dinosaur auf US-40 West an den Dörfern Jensen und Naples vorbei.
Nach 350km sind wir am Ziel im SpringHill Suites by Marriott, in Vernal. Wie ihr sehen könnt geht’s auch in Amerika hin und wieder freundich.
Unser heutiges Ziel, der Arches Nationalpark. Beim Eingang zum Park eine Blechlawine und uns bleibt nichts anderes übrig, als auch anzustehen. Da wir bereits im im Besitz eines Annual Pases sind, ist die Abwicklung beim Entry schnell vorbei. Nach wenigen Kurven erreichen wir das Hochplateau. Hier, wie schon so oft, eine unbeschreibliche Weitsicht und alles ist unbewohnt und unberührt. Wir fahren die Aussichtspunkte an, denn verlassen darf man die vorgeschriebenen Wege nicht. DIes ist auch gut so, damit diese unberührte Natur erhalten bleibt. Riesige Steinformationen in jeglichen Formen und alle erhalten Namen. Drei Könige, Büffel, Schwein, Faust, Elefanten…….wie’s die Indianer eben machen. Mit dem Auswaschen der Steine sind hier Felsbogen entstanden, wofür der Park bekannt ist.



Mit Guidos Motto: „Gring ache u Gas gä“ geht bekanntlich alles schneller. Retour auf die UT-12 East über Escalante, Boulder, rauf und runter, auf einer „Krete“, kurvenreich, km gerade aus. Ein kurzer Trinkhalt an der Sonne und dann aufwärts zum Lion Mountain bis auf 2’985m. Guido denkt an seinen Lehrer: “ Dä het üs aber en schöne Mist verzellt, d’Walgrenze hört nid bi 1’800m uf“. Der dichte Birkenwald wächst hier noch höher. Die schnellen Wetterwechsel wird uns wieder bewusst. Nach ein paar Kilometer dunkle Wolken. Es reicht gerade noch die Regenkleider anzuziehen und es hagelt. Die Körner schlagen ins Gesicht. Wir Frauen können uns bestens hinter den Männern verstecken. In Torrey besprechen wir kurz die Lage. Warten oder weiterfahren im Regen? Entscheid: ostwärts auf der UT-24 über Fruita, Hanksville und ein Verpflegungshalt. Zum Glück wird mit keiner Ventilation die Luft runter gekühlt.
Die feuchten Kleider anziehen und durch eine menschenleere, öde Gegend. Vor Green River auf die I-70 East. Wir sind in den letzten Tagen über Land und in der Wüste gefahren, mit wenig Verkehr und diese Schnellstrasse ist fast angsteinflössend. Die Autos schiessen auf der regennassen Strasse an uns vorbei. In Crescent Junction biegen wir auf die weniger befahrene US-191 South und fühlen uns gleich wohler. Etwa 20km vor Moab die letzten Regentropfen. Müde, feucht, aber mit vielen Eindrücken reicher kommen wir im Aarchway Inn, in Moab an. Essen; der Hotelchef fährt uns mitten ins Städtli und holt uns auch wieder ab. Dieser Tag war vor allem für die Tefflibiobä anstrengend.






Nach kurzem Frisch machen und Umziehen im Hotel und gehts über die 89 South bis Bitter Springs und dann auf die 89A North durch den Marble Canyon. Es ist sehr heiss und die Fahrt in der Wüste über diese langen und weiten Ebenen bringt uns zum Schwitzen. Endlich führt die Strecke in eine bewaldete Strasse mit vielen Kurven. Wir gewinnen an Höhe und erreichen beim Jacob Lake 2’550m mit angenehmen Temperaturen. Dies währt jedoch nicht lange und schon sind wir wieder in der Ebene.
Wir haben Hunger. Guido, unser Vorfahrer, steuert eine kleine Baracke in Fredonia an. Das Essen ist günstig und gut. In „Wirtschaftskunde“ hat er ein goldenes Händchen. Weiter geht’s über Kanab bis Mt. Carmel Junction und auf die 9, mit Wegweiser „Zion Nationalpark“.
Die ersten dieser speziellen Felsformen mit Bäumen bis zu den Gipfeln sind schon sichtbar. Wir machen diese Parkeinfahrt nicht zum ersten Mal und sind wieder total fasziniert. Je nach Tageszeit haben die Felsen andere Farben. Anhalten und Staunen ist ein Muss. Nun hinunter nach Springdale, 1’250m und Zimmerbezug für 2 Nächte in der Pioneer Lodge. Waschen…..bei 36 Grad und Wind sind die funktionellen Kleider innert kürzester Zeit trocken. Nachtessen (Pizza) im Freien bei sehr angenehmer Temperatur (ohne Jacke).


Diese führt nahe an die Felsformationen Chief, Madonna, Three Sisters, Elephant, San’s Eye, Big Hogan, usw. vorbei. Die Navajos Indianer haben allen Felsen einen Namen gegeben. Sie sind sehr stolz auf ihre fantastischen Landschaft. Hier wurden einige Western mit John Wayne gedreht was den Navajo Indianern zu „Reichtum“ verholfen hat.
Der Himmel verdunkelt sich und aus den Regenwolken schlagen Blitze ein. Ein heftiger Regen prasselt auf uns nieder. In diesen Weiten sieht man die Gewitterwolken und die Sonne nebeneinander. Wie das Gewitter gekommen ist, ist es auch schon wieder vorbei. Mit dem Fahrtwind und der Wärme sind die Kleider innert Minuten wieder trocken. In Shonto biegen wir auf die 98 North. Rechts und links von uns ziehen Regenströme übers Land, welche wie Tornados ausschauen. Wir haben Glück und kein Regen-Streifen trifft uns. Der Himmel ist bald wieder wolkenlos. Von weit her sehen wir den Lake Powell und nähern uns Page. Sofort beziehen wir die Zimmer im Best Western Plus.
Leichte Kleidung und ab in den Glen Canyon Dam, der direkt am Lake Powell liegt. Wir gönnen uns ein kühles Bier, was unsere Kehlen wohltuend verschlingen. Die Männer rekognoszieren anschliessend noch das Lokal fürs Nachtessen. Dabei entdeckt Tschügge einen Barber, welcher gleicht gebucht wird.

Gestärkt mit einem feinen Frühstück (hier im Preis inbegriffen) machen wir uns auf den Weg in den Mesa Verde Nationalpark. Die Strasse führt sehr kurvenreich bis auf 2’550m. Es ist fast kein Unterschied zu einem Pass in der Schweiz auszumachen.
Wir bewundern die Cliff Alcoves. Diese Felsbehausungen wurden ca. 600 n. Christus erstellt. Für uns ist nicht klar, wie sie dorthin gelangt sind. Oben und unten steil abfallende Felsen.
Hier wachsen Trauben und auch Landwirtschaft wird betrieben. Ein Fluss spendet Wasser und überall wird bewässert. Doch bald ändert sich das Bild und die Trockenheit obsiegt wieder und wir bestaunen einmal mehr diese Weite.
Vor Bluff überfahren wir die Grenze vom Staat Colorado nach Utah. Vor uns liegen die ersten Monumente. Gewaltige, rote Felstürme mitten in der Wüste. Wir nähern uns dem Monument Valley und wechseln wieder der Staat und zwar von Utha zurück nach Arizona.
